Ehegattenunterhalt

Trennen sich Eheleute mit unterschiedlich hohen Einkommen, so kann in der Regel ein Ehegatte gegen den anderen bis zur rechtskräftigen Scheidung sogenannten Trennungsunterhalt beanspruchen.

Wir klären darüber auf, ob und in welchem Umfang eine Erwerbsobliegenheit für den Ehegatten besteht, der bisher möglicherweise nicht oder nur in Teilzeit beschäftigt war oder auch nach Trennung die gemeinschaftlichen Kinder betreut. Wir klären Sie über die mögliche Höhe der Unterhaltsansprüche des anderen Ehegatten auf und machen für Sie Auskunftsansprüche zur Berechnung von Unterhaltslasten geltend.

Sollte ein Anspruch auf Krankenvorsorgeunterhalt bestehen, weil eine beitragsfreie Mitversicherung ausscheidet oder ein Anspruch auf Trennungsunterhalt entstehen, weil das Scheidungsverfahren bereits rechtshängig ist, so beraten wir Sie ebenfalls über Anspruchshöhe und Vor- und Nachteile der gesonderten Geltendmachung von Altersvorsorgeunterhalt.

Mit der rechtskräftigen Scheidung kann ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt entstehen. Dieser muss eigenständig geltend gemacht werden. Wir belehren Sie über die Bedeutung der Selbstverantwortung der Ehegatten nach Rechtskraft der Scheidung und die konkreten Auswirkungen auf den Unterhaltsanspruch.

Der Gesetzgeber unterscheidet hier verschiedene Unterhaltstatbestände, über deren Voraussetzungen wir aufklären. Im Bereich des Betreuungsunterhaltsanspruches für minderjährige Kinder geht es insbesondere um die Vereinbarkeit von Beruf und Familienarbeit. Es kann ein Anspruch auf Ausbildungsunterhalt bestehen, der dem Ehegatten die Wiederein-gliederung in das Erwerbsleben nach längerer familienbedingter Unterbrechung ermöglichen soll. Auch im Fall der Arbeitslosigkeit nach der Familiephase, wenn trotz ernsthafter und intensiver Suche keine Arbeitsstelle für eine angemessene Erwerbstätigkeit gefunden werden kann, kann der andere Ehegatte zu Unterhaltsleistungen verpflichtet sein. Kann ein Ehegatte wegen Krankheit oder altersbedingt seinen Unterhaltsbedarf nach Scheidung oder im Anschluss an die Betreuung gemeinsamer Kinder nicht selbst Decken, so kann ein Anspruch auf Unterhalt wegen Krankheit und Alter entstehen, der Ausdruck der nachehelichen Solidarität ist.

Am größten jedoch ist der Beratungsbedarf im Hinblick auf den sogenannten Aufstockungsunterhalt, der gegeben sein kann, wenn die Einkünfte eines Ehegatten aus einer angemessenen Erwerbstätigkeit für den vollen Unterhalt nach den ehelichen Lebensverhältnissen nicht ausreichen. Jedoch sieht das Gesetz seit dem 01.01.2008 vor, dass ein Unterhaltsanspruch des geschiedenen Ehegatten auch auf den eigenen individuellen Lebensbedarf herabzusetzen oder zeitlich zu befristen ist, wenn eine an den ehelichen Lebensverhältnissen, d.h. den deutlich höheren Einkommensverhältnissen des Unterhaltspflichtigen orientierte Bemessung des Unterhaltsanspruches auch unter Wahrung der Belange eines dem Berechtigten zur Pflege oder Erziehung anvertrauten gemeinschaftlichen Kindes unbillig wäre. Wir klären darüber auf, ob und wie lange mit Unterhaltsverpflichtungen gegenüber dem geschie-denen Ehegatten zu rechnen ist und setzen uns mit möglichen Einwendungen gegenüber einem Unterhaltsanspruch auseinander