Epic Games im Streit mit Apple und Google

Das US-Videospieleunternehmen Epic Games, Entwickler des Kult-Spiels „Fortnite“, liefert sich derzeit einen aufsehenerregenden Rechtsstreit mit den US-Riesen Apple und Google.

Wegen Abwicklung von In-App-Käufen

Beitrag von Lennart Schafmeister —

Der Ausgang des Streits könnte große Auswirkungen nicht nur auf die Gamingbranche, sondern auf alle App-Anbieter haben, die Ihre Dienste im Apple App Store oder Google Play Store anbieten.

Worum geht es?

Epic Games bietet, wie mittlerweile fast jeder Videospielehersteller, sog. In-App-Käufe im Rahmen seiner Spiele an. Gegen echtes Geld können dabei Sonderinhalte freigeschaltet oder die Fähigkeiten des eigenen Spielecharakters aufgebessert werden. Mit Apple hatte Epic Games seit einem Jahrzehnt die Vereinbarung, dass virtuelle Artikel in dem Spiel auf iPhones und iPads nur über das System der In-App-Käufe von Apple angeboten werden können, bei dem Apple 30 Prozent des Kaufpreises einbehält. Auch Google verrechnet in der Regel 30 Prozent Gebühren.

Epic Games wollte das nicht mehr hinnehmen und forderte zunächst Apple auf, ihre AGB anzupassen und alternative Vertriebswege zuzulassen – erfolglos. Die Fortnite-Entwickler bauten daraufhin kurzerhand in selbiges Spiel die Möglichkeit ein, In-App-Käufe auch direkt über sie zu tätigen – ohne Umwege über Apple oder Google. Apple warf „Fortnite“ als Folge aus dem App-Store heraus; auch Google hat mittlerweile nachgezogen und das Spiel aus seinem Play Store entfernt.

Epic Games wirft beiden Unternehmen wettbewerbsfeindliches Verhalten vor und reichte jeweils Klage ein. Das Videospieleunternehmen fordert ein „offenes, auf Wettbewerb beruhendes App-Store-Ökosystem für alle Nutzer und Anbieter“. Die von Apple und Google verwendeten und streitgegenständlichen AGB-Klauseln sollen für unwirksam erklärt werden – nicht nur gegenüber Epic, sondern gegenüber allen App-Betreibern.

Der Rechtsstreit lässt auch die zuständigen Kartellbehörden aufhorchen: Hierzulande teilte das Bundeskartellamt mit, dass es Apples App Store und Googles Play Store genau unter die Lupe nehmen werde - die Einleitung einer offiziellen Untersuchung sei prinzipiell denkbar. Auf europäischer Ebene ermittelt die EU-Kommission bereits, nachdem schon Spotify und Rakuten offiziell Beschwerde bei der EU-Behörde eingelegt hatten.

Das Team von SCHLARMANNvonGEYSO hält sie über den weiteren Verlauf auf aktuellem Stand und steht Ihnen in wettbewerbsrechtlichen Fragen gerne zur Verfügung!

Lennart Schafmeister

Rechtsanwalt

Bild: ©pixaby

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