Handlungsbedarf bei Minijobbern auf Abruf

Durch das Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge (Teilzeit- und Befristungsgesetz – TzBfG) wurde die gesetzliche Vermutung zur wöchentlich vereinbarten Arbeitszeit ab dem 01.01.2019 von zehn auf 20 Stunden erhöht, wenn keine eindeutige Regelung dazu getroffen wurde. Diese Änderung hat gravierende Auswirkungen insbesondere auf „Minijobber auf Abruf“.

Beispiel: Eine Arbeitszeit für den Minijobber wurde nicht festgelegt.

  • Bis 31.12.2018: Bei einem (Mindest-)Stundenlohn von EUR 8,84 und einer 10-Stunden-Woche kam bei einem Wochenfaktor von 4,33 Wochen pro Monat eine Vergütung in Höhe von EUR 382,77 zum Tragen. Die EUR 450,00-Grenze wurde nicht überschritten.
  • Seit 01.01.2019: Unter Zugrundelegung des derzeitigen Mindestlohns von EUR 9,19 sowie einer (vermuteten) Arbeitszeit von 20 Stunden je Woche kommen bei einem Wochenfaktor von 4,33 Wochen pro Monat EUR 795,85 zum Tragen. Dadurch wird die EUR 450,00-Grenze überschritten und der Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig.

Anmerkung: Arbeitsverträge mit Minijobbern mit Abrufarbeit ohne Angaben von Arbeitszeiten sollten zwingend zeitnah überprüft und angepasst werden.
Bitte beachten Sie! Durch die Anhebung des Mindestlohns kann bei gleicher Stundenzahl auch die EUR 450,00-Grenze überschritten werden. Bis zum 31.12.2018 konnten Minijobber monatlich rund 50 Stunden (EUR 450,00/EUR 8,84) arbeiten, seit dem 01.01.2019 sind es nur noch rund 48 Stunden (EUR 450,00/EUR 9,19).