Liebe Leserinnen und Leser,

die Süddeutsche Zeitung berichtet in ihrer Wochenendausgabe vom 25./26.08.2018 darüber, dass der Birkenstock-Chef Oliver Reichert nur noch ein normales Telefon ohne mobiles Internet nutzen und sein Smartphone abschaffen wolle, da dies "eine reine Zeitklaumaschine" sei. Durch die vielen Mails und Nachrichten komme es zu einer nicht mehr überschaubaren "Flut unwichtiger Informationen".

Zwischenzeitlich haben auch andere Unternehmen auf die exzessive digitale Kommunikation reagiert und beispielsweise außerhalb der Kernarbeitszeiten die Server für Mails abgeschaltet oder in einer Betriebsvereinbarung das Recht auf Unerreichbarkeit festgeschrieben.

Diese Ansätze sind sicherlich  begrüßenswert, dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass jeder Einzelne von uns, in Unternehmen also jede Führungskraft, aber auch jeder Mitarbeiter, für sich selbst verantwortlich sein kann und sollte. Und dies gilt ganz sicher nicht nur für den Smartphone-Konsum, sondern für jede Lebenslage. Nur so behält jeder einzelne ganz bewusst seine Entscheidungsfreiheit und gibt sie nicht an andere ab; nur so kann der einzelne bewusst die Veränderung und eigene Entwicklung aktiv gestalten.

So befasst sich dann auch der Partnerbeitrag dieser Ausgabe mit dem Thema "Verantwortung", nämlich mit der Verantwortung des Gesetzgebers, bei der Nachbesserung der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverhältnissen endlich in das längst überfällige Handeln zu kommen.

Molière hat es schon im 17. Jahrhundert gewusst: "Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun."

In diesem Sinne bleibt mir nur noch zu sagen: Übernehmen Sie ganz bewusst Verantwortung!

Mit besten Grüßen

Ingolf F. Kropp
SCHLARMANNvonGEYSO