Liebe Leserinnen und Leser,

war es im letzten Jahr noch das „Postfaktische“, so ist kürzlich erst das „Jamaica-Aus“ zum Wort des Jahres 2017 gekürt worden. Der Begriff soll nicht nur für eine schwierige Regierungsbildung stehen, sondern sei auch sprachlich interessant.

Naja, das Bild, was Politik und Parteien derzeit abliefern, ist schon schwer zu ertragen und stellt in Frage, ob ernsthaftes, vertrauensvolles Verhandeln überhaupt zum Rüstzeug der agierenden Politiker gehört. Nach dem Scheitern der Sondierungsgespräche, die offensichtlich als allseitige Koalitionsverhandlungen geführt wurden, muss man wohl feststellen, dass die ständige Betonung der Richtigkeit der eigenen Positionen und das Aufzeigen der roten Linien vertrauensbildend und zielführend nicht sein kann.Also: ideale Voraussetzungen für ein Scheitern von Verhandlungen.

Gilt übrigens für jede Art von Verhandlung. Wer Erfolg haben will, muss sich verändern, was heute auch zur Daueraufgabe im unternehmerischen Alltag wird. Ohne Veränderung gibt es keinen Erfolg, kein Wachstum und keine Weiterentwicklung. Und dazu bedarf es einer gehörigen Portion Mut, weil alte Firmenkulturen, Technologien, aber auch Führungsmodelle und Ideale in Zukunft nicht mehr funktionieren werden.

Für 2018 daher die besten Wünsche für unternehmerischen Mut, verstanden als Tatkraft im Angesicht der Angst, Beherztheit, sich etwas zu trauen, zu wagen, sich in eine gefahrenträchtige Situation zu begeben. Ganz im Sinne: wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wir Juristen wollen aber lieber Risiken minimieren und haben daher “Schriftformheilungsklauseln“ - meist in Mietverträgen - entwickelt, die nun der BGH kassiert hat. Dazu mehr von unseren Immobilien- und Mietrechtsexpertinnen.

Vom Heilen zu dem, was unmittelbar bevorsteht: wir wünschen allen eine „Oh holy night“ (Adolphe Adam 1847 - ein unternehmerischer Freigeist, Weinhändler und Poet) leider nur nicht gesungen.